Volksschule 24 / Ljudska šola 24

Öffentliche zweisprachige / Javna dvojezična

Wir verloren binnen kurzer Zeit 2 Paten der Öffentlichen zweisprachigen Volksschule 24 in Klagenfurt

Dr. Sepp Brugger und die öffentliche zweisprachige Schule in Klagenfurt

Vor kurzem mussten wir uns in der Pfarrkirche von Matrei/Osttirol von Sepp Brugger verab-schieden. Die Messe und die Begräbnisfeierlichkeiten wurden durch Freunde vom Sepp, die wir aus Kärnten kamen, musikalisch und sängerisch gestaltet. Neben anderen Ansprachen sprach die Abschiedsworte für den Sepp auch Herr Dr. Marian Sturm, der Ex-Vorsitzende des Zentralverbandes slowenischer Organisationen in Kärnten. Am Begräbnis nahmen auch Herr Dr. Jože Messner und dessen Gattin Tatjana Messner-Zeichen teil.

Ich habe mich von meinem ehemaligen Rechtsanwaltskollegen, vor allem aber von meinem Freund Sepp verabschiedet. Unsere Sängerrunde erfüllte mit den slowenischen Liedern dem Sepp einen letzten Wunsch (danke allen, die mitgesungen haben).

Sepp Brugger und ich haben mit unserer Beschwerde im Jahre 1990 eine Entscheidung des österreichischen Verfassungsgerichtshofes erreicht und damit bewirkt, dass danach das im Staatsvertrag von 1955 verankerte Recht der slowenischen Volksgruppe in Kärnten auf zweisprachigen Unterricht auch in der Landeshauptstadt Klagenfurt in Form der Volksschule 24 realisiert wurde. Wie bekannt hat sich diese Schule seither bestens entwickelt. Einen wesentlichen Beitrag zur Durchsetzung des Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes leisteten neben dem Zentralverband die Ehegatten Jože Messner und Tatjana Messner-Zeichen, wobei die Tatjana sogar in einen Hungerstreik vor dem Amt der Kärntner Landesregierung treten musste, um dem Recht zum Durchbruch zu verhelfen.

Die Nachricht, dass ein paar Tage nach dem Begräbnis des Sepp Brugger Tatjana Messner, die am Begräbnis teilgenommen hatte, völlig unerwartet verstarb, traf uns angesichts der zufälligen zeitlichen Nähe wie ein Keulenschlag. Die öffentliche zweisprachige Volksschule 24 in Klagenfurt verlor damit fast gleichzeitig 2 Menschen, die man als Paten dieser Schule bezeichnen kann. Ihr Engagement bleibt unvergessen. Ihr bzw. unser gemeinsamer Erfolg wird mit einer weiteren erfolgreichen Entwicklung diese Schule sichtbar bleiben.

Dr. Franz Serajnik, Rechtsanwalt

(FOTO 1 - Mirko Štukelj 10.06.2011, FOTO 2 - Peter Krivograd  16.06.2016)